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Über das Projekt

Warum es Gremio gibt

Gremienarbeit scheitert selten am Willen und fast immer an der Verwaltung: Anträge im geteilten Postfach, ein Haushalt in einer Tabelle, die nur eine Person versteht, und ein Inventar, das aus einem Zettel im Lager besteht.

Die Werkzeuge, die üblicherweise eingesetzt werden, sind nicht für diese Aufgabe gebaut. Ein Projektmanagement-Tool kennt keine Beschlussreferenz. Eine Tabellenkalkulation kennt keinen Vorgangsstand. Ein Postfach kennt keinen Haushaltstitel. Also wird alles drei parallel benutzt — und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Gremio versucht nicht, ein besseres Kanban-Board oder eine bessere Buchhaltung zu sein. Es bildet den Ablauf ab, den Gremien ohnehin haben: Ein Antrag kommt herein, wird geprüft, kommt in eine Sitzung, wird beschlossen oder abgelehnt, das Geld wird angewiesen, Quittungen kommen nach, der Vorgang wird abgeschlossen. Genau diese Kette — mit den Feldern, die eine Kassenprüfung später sehen will.

Der zweite Gedanke betrifft die Menschen, die Anträge stellen. Sie sind meistens nicht Teil des Gremiums, haben keinen Zugang und wollen keinen. Ihnen ein Konto abzuverlangen, um den Stand des eigenen Antrags zu erfahren, ist die falsche Richtung. Deshalb funktioniert der öffentliche Weg vollständig ohne Anmeldung.

Entwurfsentscheidungen

Vier Grundsätze, die alles andere erklären

Wenn eine Funktion in Gremio ungewöhnlich gelöst ist, lässt es sich meistens auf einen dieser Punkte zurückführen.

Nichts erheben, was nicht gebraucht wird

Anträge und Feedback kommen ganz ohne Kontaktdaten aus — der Status-Link erledigt dasselbe mit weniger personenbezogenen Daten. Eine Adresse verlangt nur die Ausleihe, weil Gegenstände zurückkommen müssen.

Wenige Regeln statt vieler Ausnahmen

Drei Bausteine im Zugriffsmodell, binäre Freigaben. Ein System, dessen Berechtigungen niemand mehr erklären kann, ist kein sicheres System.

Kein Anbieter dazwischen

Gremio läuft auf eurer Infrastruktur, mit eurer Datenbank. Es gibt niemanden, der den Dienst einstellen oder die Preise ändern könnte.

Für den Wechsel gebaut

In Gremien wechseln die Zuständigen jährlich. Vorlagen, Historie und ein sichtbarer Vorgangsstand sorgen dafür, dass Wissen nicht mit Personen verschwindet.

Häufige Fragen

Was vor der Entscheidung meistens gefragt wird

Ist Gremio kostenlos?

Ja. Gremio ist freie Software unter der AGPL-3.0. Es gibt keine Tarife, keine Nutzerobergrenze und keine Funktionen, die hinter einer Bezahlschranke liegen. Kosten entstehen nur für den Server, auf dem ihr es betreibt.

Gibt es eine Demo zum Anklicken?

Derzeit nicht. Statt einer öffentlichen Instanz gibt es die Screenshot-Tour, die jeden Bereich zeigt. Wer es ausprobieren will, richtet eine eigene Instanz ein — das ist mit Docker Compose eine Sache von Minuten.

Brauchen wir wirklich einen SSO-Provider?

Für den internen Teil ja. Gremio hat keine eigene Passwortverwaltung, das ist eine bewusste Entscheidung. Der öffentliche Teil — Antragsformular, Feedback, Inventar und die Statusseiten — funktioniert ohne Anmeldung.

Was passiert, wenn jemand den Status-Link verliert?

Nichts Schlimmes. Der Link steht an der Karte im Board: Wer Zugriff darauf hat, sucht ihn auf Nachfrage heraus und gibt ihn erneut weiter. Ein neuer Antrag ist dafür nicht nötig. Automatisch zuschicken kann Gremio ihn allerdings nicht — es versendet grundsätzlich keine E-Mails, und bei Anträgen ist ohnehin keine Adresse hinterlegt.

Können wir Gremio an unsere Abläufe anpassen?

Spalten, Boards, Haushaltsstrukturen, Standorte, Konten und Vorlagen legt ihr selbst fest — dafür braucht es keinen Eingriff in den Code. Wer darüber hinaus etwas ändern will, kann das: Der Quellcode liegt offen.

Ist Gremio nur für Hochschulen?

Nein. Die mitgelieferten Vorlagen sind an Studierendenvertretungen orientiert, weil dort der Bedarf am deutlichsten ist. Das Modell — Anträge, Beschlüsse, Haushalt, Inventar — passt genauso auf Vereine, Verbände und Ausschüsse.

Wer haftet dafür, dass alles rechtskonform läuft?

Ihr als Betreiber. AGPL-3.0 bedeutet: Die Software wird ohne Gewährleistung bereitgestellt. Datenschutzerklärung, Verarbeitungsverzeichnis und die Prüfung, ob eure Haushaltsordnung erfüllt ist, bleiben eure Aufgabe.

Gremio selbst ausprobieren

Der Quellcode liegt offen, die Installation läuft über Docker Compose. Keine Registrierung, kein Vertrieb, keine Testphase, die abläuft.

Freie Software unter der AGPL-3.0 · läuft vollständig auf eurer eigenen Infrastruktur